"Wir kenn uns doch noch garnich"

 

Mal Anklage, mal verzehrendes Flehen. Das Lyrische Ich spielt hier auf der Klaviatur der großen Gefühle.

Anstatt aseptischer Prenzlberger Kleinfamilien, werden die wertheresken Zeilen mit Bildern echter Menschen untermalt. Scheinbar auf Ihrer unzulänglichen Metaebene gehalten, divergieren die Protagonisten nicht ins Absolute, sondern zügeln Ihre Präsens in einem kontinuierlichen Prozess gesellschaftlicher Assimilation.

Deshalb beantwortet „Wir kenn uns doch noch garnich “ in seiner Gesamtheit nachaltig die drängende Frage: Wie weit muss sich der Mensch freigeben, um Begrenztheit im Prozess der Ich -Bildung abzubauen, damit das Individuum im Gesamtkontext des aktiven, gesellschaftlichen Konglomerats Schritt hält.

 

Lisecki 2007

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